24.11.2020

Das Jüngste Gericht, Jerome Bosch – Beschreibung des Gemäldes

Beschreibung des Gemäldes:

Schreckliches Tribunal – Jerome Bosch. 1504. Öl auf Holz. 163,7 x zweihundertsiebenundvierzig cm

Das Thema des schrecklichen Gerichts ist das weit verbreitete Motiv in der Kunst, aber vor Bosch konnte niemand die Berechnung der Weltbevölkerung für Sünden so phantasmagorisch und ungewöhnlich darstellen. Wenn der moderne Mensch von den Gemälden von Bosch beeindruckt ist, was ist dann mit seinen Zeitgenossen? Diese Leute glaubten wahrscheinlich, dass der Maler die Monster der Hölle mit eigenen Augen sah, da es für die Leute sehr schwierig war zu ahnen, dass jemand in der Lage sein würde, sich so etwas auszudenken.

Das Bild besteht aus 3 Teilen, das heißt, es ist ein Triptychon, das vor allem im Mittelalter auch in der Kirchenkunst sehr häufig verwendet wird. Die Verteilung der „Rollen“ im Triptychon ist ebenfalls völlig normal: In der Mitte befindet sich tatsächlich ein schreckliches Tribunal, links – das Paradies, rechts – die Hölle. Doch damit endet die Tradition und Bosch beginnt.

Wenn es nicht um den Anfang des 16. Jahrhunderts gegangen wäre, hätte man das Triptychon ohne weiteres mit dem Werk eines surrealistischen Künstlers unserer Zeit verwechseln können. Bosch kennt keine Einschränkungen in Bezug auf Proportionen, räumliche Konfiguration, Perspektive oder Kompatibilität von Objekten. Was ist die Aussicht auf die Hölle? Alles scheint ein schrecklicher Haufen furchterregender Bilder zu sein, daher muss das Bild praktisch in Zentimetern betrachtet werden.

Schreckliches Tribunal

Betrachtet man dieses Bild genau, erkennt man die Haltung des Künstlers zur ihn umgebenden Realität. Die übliche Unterteilung des Bildes in Teile: das Obere – der Himmel, das Untere – die Erde ist uneben. Zwei Drittel der zentralen Planke sind mit dem Bild von Sündern beschäftigt, die in die Hölle gehen, und nur ein Drittel von ihnen ist der himmlischen Existenz gewidmet.

Dieser höchste Teil ist traditionell – im Zentrum steht Jesus Christus, seine Mutter ist die Jungfrau Maria, die Patronin der Sünder vor ihren göttlichen Nachkommen, trompetenden Engeln und einer unbedeutenden Handvoll der Gerechten am Regenbogenthron. Im Himmel ist es nicht überfüllt mit den Einwohnern, da die überwiegende Mehrheit der Menschen Sünder sind, die direkt im Höllenofen gelandet sind.

Der untere Teil des Bildes ist in dunklen Farben gehalten, um die Dunkelheit des Geschehens hervorzuheben. Hier beginnt der Surrealismus. Um die Vorstellungskraft des Künstlers zu schätzen, müssen Sie mindestens ein klinischer Psychiater sein.

Hölle

Hier manifestierte sich das Genie (oder der Wahnsinn?) Des Meisters in seiner ganzen Schönheit. Manchmal sind seine Figuren so figurativ, dass es für einen modernen Betrachter praktisch unmöglich ist, die wahre Bedeutung zu erraten, die der Maler in das Bild gesetzt hat. Trotzdem wird die Hölle zu einem überfüllten Ort, der Bosch die Lage klar vor Augen führt: Die Weltbevölkerung ist von Natur aus bösartig und fast alle warten nach dem Tod auf diesen großartigen Ort mit Messern, Speeren, Folter und einem Höllenfeuer.

Paradies

Diejenigen, die auf ein gesegnetes Bild des Gartens Eden mit Blumen und Vögeln gehofft hatten, wurden gnadenlos enttäuscht. Bosch hat keine Idylle. Anstelle von Hirtenszenen stellte er mehrere Szenen dar, die wiederum mit dem Fall zu tun hatten: die Versuchung von Adam und Eva, ihre Vertreibung aus dem Paradies, die Rebellion gefallener Engel, angeführt von Luzifer gegen den Herrn und ihr Sturz in die Hölle.

Die künstlerischen und semantischen Geräte von Bosch sind so ungewöhnlich und faszinierend, dass sie auch nach mehreren Jahrhunderten seiner Arbeit sehr beliebt und weithin bekannt sind. Verweise auf das Jüngste Gericht finden sich in fast allen Werken, nicht nur in Gemälden, sondern auch in der Literatur und der Kinematographie. Dies ist das beste Denkmal für den majestätischen und schrecklichen Jerome Bosch."

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