20.10.2020

Wildschweinjagd, Peter Paul Rubens

Beschreibung des Gemäldes:

Wildschweinjagd – Peter Paul Rubens. 1615-1620. Holz, Öl. 137 x 168
In Rubens ‘Arbeiten zum Thema Jagd lassen sich zwei Phasen der Kreativität unterscheiden. Gemälde der ersten Periode, die bis 1620 dauerte, zu denen die präsentierten “Wildschweinjagd”, gekennzeichnet durch ein zentripetalisches und diagonales Kompositionsschema, wirken auf beide Seiten ungezügelte Kräfte. Spätere Arbeiten entwickeln eine für den Fries geeignete Komposition, dh die Aktion in ihnen wird in horizontaler Perspektive parallel zur Bildebene gezeigt. Im ersten Fall wird der Höhepunkt der Jagd betont, wenn das Tier überholt und besiegt wird. Und wenn die Werke der ersten Periode den Sieg der Jäger über ein wildes Raubtier zeigen, dann zeigen die Leinwände der zweiten die Verfolgung eines wehrlosen Tieres.

Das Dresdner Bild ist nach inhaltlicher Überzeugung sogar mehr als nur eine Genreszene einer Jagd. Der alte Mythos der kaledonischen Jagd, in dem Meleager mit einem Speer den kalydonischen Eber tötet, “scheint” durch ihn hindurch (dieser Mythos wird in Philostratus dem Jüngeren in Kapitel 15 seiner “Bilder” dargelegt). Hier sind alle Teilnehmer der Geschichte abgebildet: Ein Eber steht unter einem Baum in einem dichten Ring aus Jägern und böswillig bellenden Hunden. Atalanta hatte gerade ihren Pfeil abgeschossen; Meleagers Speer durchbohrt das Biest In der Nähe des Ebers liegt ein Toter. Dieses Thema wird von vielen flämischen Malern für Gemälde verwendet, die die Jagd im Hintergrund einer Waldlandschaft darstellen."

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