22.01.2020

“Cornard Forest”, Thomas Gainsborough – Beschreibung des Gemäldes

Beschreibung des Gemäldes:

Cornard Forest – Thomas Gainsborough. 1748. Öl auf Leinwand. 122×155 cm
Die präsentierte Landschaft, in lakonischen Braun-Grüntönen mit einer Verletzung der physikalischen Logik und des realen Geländes ausgeführt, ist der Gainsborough Forest oder der Kornard Forest. Das offizielle Datum, an dem das Bild geschrieben wurde, gilt als eintausendsiebenhundertachtundvierzig Jahre. Einige Biographen neigen jedoch dazu zu glauben, dass Thomas Gainsborough diese Arbeit in seiner Kindheit begonnen hat, und in eintausendsiebenhundertundachtundvierzig Jahren schrieb er eine neue um.

Der Maler kommt aus einem traurigen Grund in seine Heimatstadt Sudbury – zur Beerdigung seines Vaters. In Erinnerungen getaucht, schafft er in seiner Werkstatt eine erkennbare Landschaft. Außerdem ist dies kein bestimmter Ort in der Stadt oder in der Nähe, sondern ein kollektives Bild. Auf der physischen Ebene kann man hier leicht viele Unrichtigkeiten finden. Das Reservoir auf der Leinwand ist nämlich oberhalb der Straße abgebildet, was zu deren Überschwemmung hätte führen sollen. Aber Gainsborough achtete nicht auf solche Kleinigkeiten – die Handlung wurde in seinem Kopf erstellt. Von Zeit zu Zeit brachte der Meister Zweige in die Werkstatt, und es kam vor, dass ihm sogar Tiere gebracht wurden.

Die künstlerische Art und Weise, wie die Landschaft ausgeführt wird, zeigt dem Betrachter direkt die Wirkung von Anthony van Dyck, einem Vertreter der naturalistischen Schule der Malerei. Und das ist wahr, eine lange Zeit von Gainsborough liebte den Holländer. Das ganze Bild ist sehr lebendig und beweglich: Wolken, Sonnenlicht, Helden – nichts steht still.

In der Ferne sieht man einen Ritter auf einem Hengst, einen Reisenden mit einem Hund, der langsam auf uns zugeht, und ein junger Mann gräbt Sand und eine Frau nähert sich ihm, die sich vielleicht entschlossen hat, ihn zu besuchen. Ganz unten bindet eine andere Person einen Stapel Reisig. Das auf den ersten Blick eher überfüllte Bild scheint nicht so zu sein – die Figuren der Helden gehen vor dem Hintergrund eines mächtigen Waldes unter schweren grau bleihaltigen Wolken verloren. Die Bäume auf der Leinwand sind sehr hoch, unverhältnismäßig majestätisch mit den Figuren der Menschen. Aber der Schöpfer mochte diese Übertreibung offensichtlich. Seine Landschaften lassen sich nicht kategorisch als Realismus einstufen, sondern sind eine romantische Landschaft.
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